CPV-Codes einfach erklärt
Fast jede Ausschreibung trägt einen oder mehrere CPV-Codes. Sie beschreiben, welche Leistung gesucht wird. Wer sie versteht, findet passende Aufträge schneller.
Was ist ein CPV-Code?
CPV steht für Common Procurement Vocabulary. Es ist eine EU-weit einheitliche Klassifikation für Leistungen in öffentlichen Ausschreibungen. Jede Ausschreibung erhält einen oder mehrere Codes aus acht Ziffern, zum Beispiel 45261000 für Dachstuhl- und Dachdeckarbeiten. Der CPV-Code macht Ausschreibungen verschiedener Vergabestellen vergleichbar.
Manchmal steht hinter einem Bindestrich eine neunte Ziffer, die Prüfziffer. Für die Suche brauchen Sie sie nicht. Den Code finden Sie in der Regel im Abschnitt der Bekanntmachung, der den Gegenstand des Auftrags beschreibt.
Wie ein CPV-Code aufgebaut ist
Der Code ist hierarchisch gegliedert. Die ersten zwei Ziffern nennen den Bereich (zum Beispiel 45 für Bauarbeiten), die Ziffern drei bis fünf grenzen ihn schrittweise ein, die letzten drei Ziffern verfeinern weiter. Abschließende Nullen zeigen an, dass die Ebene darunter nicht weiter bestimmt ist.
So steht 45000000 für Bauarbeiten insgesamt, 45261000 für Dachstuhl- und Dachdeckarbeiten und damit für einen Ausschnitt davon. Je genauer der Code, desto enger die Leistung.
Haupt- und Nebencode
Eine Bekanntmachung nennt in der Regel einen Hauptcode für den Schwerpunkt des Auftrags. Nebencodes beschreiben weitere Leistungsteile. Ein Reinigungsauftrag mit zusätzlichem Winterdienst kann so zwei Codes tragen. Bei Losen kann jedes Los eigene Codes tragen.
Achten Sie deshalb nicht nur auf den Hauptcode: Ihre Leistung kann auch als Nebencode genannt sein. Nicht jede Vergabestelle wählt Codes gleich genau.
So finden Sie passende Codes
- Listen Sie auf, welche Leistungen Ihr Unternehmen anbietet, in Ihren eigenen Worten.
- Suchen Sie im amtlichen CPV-Verzeichnis der EU nach diesen Stichworten und gehen Sie vom groben Bereich zu den genaueren Ebenen.
- Schauen Sie in Bekanntmachungen ähnlicher Aufträge, welche Codes dort stehen.
- Nehmen Sie mehrere Codes auf, auch benachbarte, damit Ihnen nichts entgeht.
Ein Dachdeckerbetrieb könnte so vom Bereich 45 (Bauarbeiten) zu 45261000 (Dachstuhl- und Dachdeckarbeiten) gelangen und dort weitere Codes in der Nähe prüfen.
Nicht zu eng, nicht zu weit
Wählen Sie Codes zu eng, übersehen Sie Ausschreibungen, bei denen die Vergabestelle einen allgemeineren Code gewählt hat. Wählen Sie sie zu weit, sehen Sie viele Ausschreibungen, die nicht zu Ihnen passen. Wenige, gut gewählte Codes in Verbindung mit passenden Suchbegriffen sind meist ein guter Ausgangspunkt.
CPV-Codes und Suchbegriffe zusammen nutzen
Codes allein reichen oft nicht, weil sie unterschiedlich genau vergeben werden. Sinnvoll ist die Kombination mit Suchbegriffen aus Ihrem Alltag. Ein passender Code sagt außerdem noch nicht, ob Region, Auftragswert und Eignung zu Ihnen passen.
In VergabeChecker tragen Sie CPV-Codes und Suchbegriffe im Unternehmensprofil ein. Zusammen mit Region und Auftragswert bestimmen sie die Passgenauigkeit.
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Orientierung, keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind immer die Bekanntmachung und die Vergabeunterlagen der Vergabestelle.
VergabeChecker zeigt Ihnen öffentliche Ausschreibungen in einer Übersicht und in Prozent, wie gut sie zu Ihrem Unternehmen passen.